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Dreidimensionale Grafiken mit dem Computerprogramm POV-Ray erstellen

Hochkomplexe Geometrien lassen sich mit einem kostenlosen Programm grafisch darstellen

Von: Pascal Ströing

 

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Der Name "POV-Ray" steht für The Persistence of Vision Raytracer (zu Deutsch etwa Lichtbildsimulator zur Beständigkeit einer Vorstellung, wobei die Übersetzung aufgrund der möglichen Vieldeutigkeit schwer fällt und ein Raytracer im allgemeinen ein etablierter Begriff für ein Computerprogramm zur Erstellungen von 3D-Welten mit grafischer Ausgabe ist). Das Programm ist für die Betriebssysteme Windows, Mac und Linux kostenlos verfügbar.

Verfahren und Möglichkeiten des Programms

Mit POV-Ray steht einem ein dreidimensionales Raster zur Verfügung, in das man Objekte legen kann. Man gibt dem Programm die Information, dass an den bestimmten XYZ-Koordinaten eine Kugel mit einem bestimmten Durchmesser dargestellt werden soll. In welcher Farbe oder ob gar eine Grafik oder Sonstiges auf der Kugel im Raum dargestellt werden soll, gibt man in Form von Texturen an. Die Perspektive, aus der diese Szene letzlich zu einem Bild in zwei Dimensionen wird, bestimmt man auch über XYZ-Koordinaten um Raum. Auch Lichtquellen, die die Objekte wie zum Beispiel die Kugel bescheinen, lassen sich - wenn gewünscht - nach den eigenen Vorstellungen einrichten. Es gibt einige Programme, mit denen sich solche Szenen darstellen lassen, aber POV-Ray sondert sich dadurch ab, dass das Programm rein textbasiert, also mit einem Quellcode arbeitet. Der Syntax, der vom Programm verlangt wird, erschließt sich aus den zahlreichen Beispielszenen, die mit heruntergeladen werden.

Vor- und Nachteile des Quellcodeverfahrens

Es gibt Raytracer, die über eine Benutzeroberfläche verfügen, die das Raster, also die Welt in die man Objekte legt, schon im Schaffensprozess darstellen. Der Vorteil ist dabei natürlich, dass man zu jeder Zeit einen Überblick über die Szene hat. Auch kann man in dieser Rasterwelt mit dem Courser modelieren, als ob man wirklich vor einem Klumpen Lehm steht. Da auch die Programme mit der grafischen Oberfläche die Möglichkeit bieten, klare Zahlenwerte für die Positionen und Größen der Objekte anzugeben, sind die Vorteile von POV-Ray nicht sehr offensichtlich. Dennoch hat das Programm eine große Fangemeinde, da ein Quelltext eine rein auf das statische basierte, letztlich aufgezwungene Theoretisierung der geometrischen Rasterwelt inne hat. Man behandelt die letztlich zur Grafik werdenden Welt wie etwas Programmiertes; der ein oder andere mag diese Argumentation "philosophisch" nennen, allerdings drängen sich durch die aufgezwungene Theoretisierung sinnvolle Anwendungen des Programms im Bereich der theoretischen Geometrie auf. Man kann sich genauer und einfacher als auf dem Zeichenbrett visuelle Unterstützung für Ideen zur Geometrie holen oder Baupläne von Konstruktionen werden bereits vor der materiellen Verwirklichung des Projekts optisch zur Wirklichkeit.

Zu detailreichen Simulationen der Realität

Aufgrund der Faszination, die dieses Programm mit seiner Methodik auslöst, sind einige Anwender motiviert, besonders detailreiche Szenen zu erstellen, die möglichst fotorealistisch der realen Welt gleichen sollen. Bei der Darstellung von menschlichen Erzeugnissen wie Maschinen oder Gebäuden mag das auch sinnvoll sein, allerdings werden Naturgegenstände wie zum Beispiel ein zerklüfteter Felsen letzlich auch modeliert, nur dass dies auf theoretischen Weg im Quelltext geschehen muss. Wie sinnvoll das letztlich ist, sollte dabei fragwürdig sein.

Die wichtigste Internetseite zum Thema ist http://www.povray.org.

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