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Universelles Netzgerät

Mit Elementen aus dem Fütterungsautomaten

 

Beim Fütterungsautomaten stieß ich auf einen Ringkerntrafo mit immerhin 15V/1,5A sowie 24V/0,5A, 12V/1A und 9V/2,5A. Da lag der Gedanke nicht fern, ein einigermaßen anständiges Netzgerät mit 1-15V/1A, 5V/2A und noch anderen Festspannungen zu basteln. Also ab in den Keller und aus Holzresten ersteinmal ein passendes Gehäuse gebaut. Den 230V-Bereich (Trafo und alles davor) habe ich nocheinmal extra abgetrennt, um das Ganze möglichst sicher zu machen.

Bilder vom Gehäuse

Rückseite mit Kaltgeräteanschluss (eine Buchse unbelegt) Vorderseite - Frontplatte und Deckel fehlen noch Links der uneingebaute Netzschalter, rechts Ringkerntrafo und 230V-Platine

Die 230V Platine habe ich einfach aus der Netzteil-Platine herausgesägt. Sie enthält eine Sicherung (250V, mittelträge, 1A) mit einer parallelgeschalteten Kontroll-Glimmlampe, einen Varistor 250V als Überspannungsschutz und einen Netzfilter. So sind der Trafo selbst und alle angeschlossenen Schaltungen vor evtl. Störfällen geschützt.

Schaltplan folgt!

5V/2A Festspannung

Ähnlich wie beim ursprünglichen Gerät, benutze ich die 9V/2,5A Leitung für 5V Festspannung. Die braucht man bekanntlich öfter mal – z.B. für IC-Schaltungen. In diesem Fall verwende ich keinen herkömmlichen 7805, sondern den 78H05 in einem TO3 Gehäuse und für maximal 5A. Ich habe ein Teil der ursprünglichen Platine herausgesägt und verwendet, da der 78H05 dort bereits schön zusammen mit dem Kühlkörper befestigt war. Außerdem war noch genügend freier Platz für die paar anderen Bauteile (Kondensatoren, Gleichrichter). Der 78H05 hat zwar einen Kurzschlussschutz, allerdings übersteigt seine Leistung die des Trafos. Er würde sich erhitzen und die Lebensdauer stark zurückgehen. Deswegen wird ein thermischer Schutzschalter (Polyswitch) zwischen Trafo und Schaltung geschaltet. Bei 2A erwärmt sich das Polyswitch so stark, dass der Widerstand stark ansteigt und so Trafo und Schaltung schützt. Trennt man die Schaltung kurz vom Stromnetz, nimmt das Netzteil wieder den normalen Betrieb auf.

Die Dimensionierung der Bauteile richtet sich nach dem entnommenen Strom. Da der Stützkondensator C1 periodisch aufgeladen wird, sollte man die Schaltung nur 2/3 der Trafoleistung belasten, also 1,5-2A. Dementsprechend ist C1 4700µF groß. Der Gleichrichter wurde neben C1 ebenfalls aus der ursprünglichen Platine entnommen und passt aus diesem Grund in den Einsatzbereich.

Schaltplan unter Einfache stabilisierte Spannungsquelle

Bilder der 5V-Platine

Vorderseite Rückseite 78H05 und Kühlkörper

Variable Spannungsquelle 3-15V mit dem L200

Mit dem L200 kann man ziemlich einfach eine variable Stromversorgung von 3-15V und Strombegrenzung bauen. Man kann die Strombegrenzung variabel machen, mir reicht aber eine feste Einstellung. Verschiedene Anwendung gibt es in den Datenblättern:

Datenblätter zum L200

Bei der von mir verwendeten Schaltung übernimmt R1 die Strombegrenzung. Der Strom lässt sich mit I = 0,45/R1 berechnen. Bei 0,39Ω sind das 1,15 A. Die Spannung berechnet sich mit (1+(P1/R2))*2,77. Die in der Schaltung verwendeten Widerstände ergeben eine Spannung von 15,36 V.

Stückliste

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Schaltplan

Schaltplan

Fotos

Platine noch ohne Kabel Schaltung im Betrieb mit Poti und Voltmeter Modifikation beim Voltmeter. (RA (9,9MΩ) aus 2 Widerständen zusammengesetzt) Überbrückung von P2 zur Einstellung des Dezimalpunktes

12V/1A & 24V/0,5A Festspannung

Genauso wie beim 5V-Teil verwendete ich hier zwei 78XX Spannungsregler. Die Schaltung wurde um den irgendwo ausgebauten Kühlkörper herumgebaut – beide Stabilisierungsschaltungen befinden sich auf einer Platine. Auf eine Kurzschlussicherung habe ich verzichtet, daher sind einfach zwei Halbleiter-Sicherungen eingebaut – die muss man im Gegensatz zu normalen Sicherungen nicht austauschen.

Layout für Streifenrasterplatine

Layout für Streifenrasterplatine

Fotos

Fertige Platine Fertige Platine

Schaltplan unter Einfache stabilisierte Spannungsquelle

Vollendung

Lang genug hat es gedauert – nun ist das Teil endlich in ein, sagen wir zweckmäßiges, Gehäuse eingebaut. Als Frontplatte habe ich eine Plexiglasscheibe verwendet, die noch irgendwo herumlag. Die ist dünn, stabil und man kann sich den Durchbruch für das Display sparen, da Plexiglas gewissermaßen transparent ist. Der 24-V-Teil ist vorerst nicht angeschlossen, da die Sicherung, die ich dafür bestellt hatte, defekt war. Da ich kein Material mehr für den Deckel auftreiben konnte, musste vorerst ein Schuhkarton-Deckel als Ersatz herhalten, der zufälligerweise exakt passt. Das Ding sieht nun aus wie ein Schuhkarton…

Fotos

Fertiges Netzteil Fertiges Netzteil Fertiges Netzteil Fertiges Netzteil Fertiges Netzteil Fertiges Netzteil

6 Kommentare RSS Feed

ansgar am 13.09.2008 um 21:24 Uhr

eigentlich super schaltung,
hab nur 2 fragen:
1.wie verorgst du die anzeige?
2.wat für en poti brauche ich für strom?

gruß ansgar

VO am 20.08.2008 um 09:34 Uhr

Gut is sicher nicht Tüv fähig aber sonst seh ich keine Probleme!
Klebeband mag nicht die besste Isolation sein aber wenn ich kein iso zur hand hab hat auch schon mal tixo herhalten müssen...

Alles in Alem ganz nett und Ausbaufähig
(das ist ja der meißte Spaß dran)

Gruß Viktor

Ps.:Wiwo, wer so noch nicht gebaut hat noch nicht viel gebaut...
Und Holz fackelt nicht so leicht

Nemeliza³ am 05.07.2008 um 14:33 Uhr E-Mail-Adresse

Hai!

Coole Sache was du da zusammengefriemelt hast.

Nicht aufregen wegen wowi is bestimmt ein Depp in seinem ersten Lehrjahr! =D

Also Punkt VDE und CE technisch muss ich unserem anonymen User zustimmen das solltest du echt nochmal überdenken. Außerdem ist das ein Privat Projekt da darf das auch mal so aussehn oder nicht =P.

Ansonsten Top Schaltung gibt nichts zu beanstanden. Cooles Teil!

Greetz

michi am 29.04.2008 um 18:12 Uhr

wowi
ich hab das netzteil selbst auch gebaut und bin ganz zufrieden damit wenn es dir nicht passt dann lass halt die finger davon auserdem kannst du dir deine blöden komentare sonst wo hin stecken

Anonymer Benutzer am 24.01.2008 um 10:40 Uhr

Interessanter Aufbau:) VDE und CE wurde nicht nur für die Industrie erfunden. Man(n) sollte sich auch im privaten Bastelbereich wenigstens an die Grundregeln halten.Paketband ist übrigens kein passendes Isolationsmittel. Überdenke nochmal die Verkabelung und die Wärmeableitung der IC´s. Mir läufts eiskalt den Rücken runter wenn ich den Kühlkörper an der Holzseitenwand sehe, ein Gehäuse aus Holz ist daher generell schlecht. Schau ma bei Reichelt, da bekommt man für recht kleines Geld passende Gehäuse.

Gruß StoreAndForward

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